{"id":146,"date":"2022-11-06T15:49:20","date_gmt":"2022-11-06T14:49:20","guid":{"rendered":"http:\/\/217.160.255.34\/?page_id=146"},"modified":"2022-11-06T15:51:41","modified_gmt":"2022-11-06T14:51:41","slug":"historisches","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/schaengelcher.de\/index.php\/historisches\/","title":{"rendered":"Geschichte der Sch\u00e4ngelcher"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem I. Weltkrieg war der Nachholbedarf am Vergn\u00fcgungsleben besonders gro\u00df. Die Gastst\u00e4tten-Karnevalsvereine schossen in der Altstadt von Koblenz, wie Pilze nach einem Gewitterregen, aus dem Boden. Ihr Wirkungskreis beschr\u00e4nkte sich ausschlie\u00dflich auf die Gr\u00fcndungsgastst\u00e4tten und sie blieben somit nur dem Vereinswirt gegen\u00fcber verpflichtet. Es fehlte der zentrale Karnevalsverein in der Altstadt, der den Karneval auf breiter Grundlage f\u00f6rderte und seine T\u00e4tigkeit im Sinne herk\u00f6mmlicher Art und Sitte ausrichtete.<\/p>\n<p>Das rheinische Doppelquartett unter der Leitung von Herrn Best erkannte die L\u00fccke. Am 11.11.1922 gr\u00fcndeten sie mit den Herren Bock, Cron, Daumen, Kramer, Molitor und Schulz den zentralen Karnevalsverein der Altstadt und gaben ihm den Namen KG \u201eKowelenzer Sch\u00e4ngelcher\u201c. Der Name \u201eKowelenzer Sch\u00e4ngelcher\u201c allein gen\u00fcgte den Gr\u00fcndern aber nicht. Schon in der ersten Versammlung im Hotel \u201eDeutsches Haus\u201c einigten sie sich deshalb auch auf leuchtende Farben: Rot, Wei\u00df und Gr\u00fcn. Rot und Wei\u00df sind die Farben der Stadt Koblenz. Gr\u00fcn ist die Farbe der Hoffnung. Sie wurde mit dem Wunsch verbunden, ewig und f\u00fcr alle Zeiten in Frieden und Freiheit unverf\u00e4lschte Fr\u00f6hlichkeit walten lassen zu d\u00fcrfen. Willi Stein, bekannt unter dem Namen \u201eStilli Wein\u201c, wurde ihr erster Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Die nachfolgenden Pr\u00e4sidenten Hellbach-Landau und Rudi Fischer waren ma\u00dfgebend an der rasant einsetzenden Entwicklung der Gesellschaft beteiligt. Das Wahrzeichen der Gesellschaft, das \u201eKowelenzer Sch\u00e4ngelche\u201c, ist seitdem Sinn- und Leitbild im Wirken zum Koblenzer Karnevalsleben geworden. Als die Gesellschaft dazu \u00fcbergehen konnte, sich den \u00fcberregionalen Aufgaben zu widmen, setzte die Diktatur der Nazis ein.<\/p>\n<p>Die \u201eSch\u00e4ngelcher\u201c wussten nun, dass die Farbe Gr\u00fcn nicht mehr existierte. Die Hoffnung, in Frieden und Freiheit Karnevalist zu sein, hatte sich zerschlagen. Getreu diesem Motto schlossen die \u201eSch\u00e4ngelcher\u201c deshalb die Pforten ihres Vereinshauses und auch das Protokollbuch. Die Narrenm\u00fctze blieb zu Hause, denn f\u00fcr sie war der rheinische Karneval gestorben.<\/p>\n<p><strong><em>Willi Hartung,<\/em><\/strong> sp\u00e4terer langj\u00e4hriger und verdienter Vorsitzender des Vereins schrieb \u00fcber diesen Akt einmal diesen Satz:<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>\u201eDer Karneval h\u00f6rt dort auf zu wirken, wo Freiheit in Wort und Schrift mit den Staatsinteressen gleichgeschaltet wird.\u201c<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Unter dem Pr\u00e4sidenten, Gr\u00fcndungsmitglied Karl Bock, wurde die Gesellschaft 1947 wieder gegr\u00fcndet. Aufgrund der neuen Gesetze durch die Franzosen durften Vereine nur auf Grundlage von Handwerksberufen gegr\u00fcndet werden. Die Farben Rot-Wei\u00df-Gr\u00fcn blieben, nur der Name wurde in &#8222;Fidele Pinn&#8220; ge\u00e4ndert, da man aus dem Schuhmachhandwerk &#8222;hervor kam&#8220;. Mit Antrag vom Oktober 1949 wurde die Gesellschaft wieder in den urspr\u00fcnglichen Namen &#8222;KKG Rot-Wei\u00df-Gr\u00fcn Kowelenzer Sch\u00e4ngelcher 1922 e.V.&#8220; umbenannt. Sie wurde auf solider Basis aufgebaut und stellte vordergr\u00fcndig heraus: Pflege des Heimatgedankens und F\u00f6rderung des rheinischen Brauchtums, erlebnisnaher Karneval in traditionsgebundener Art, gesellschaftsfreundliche Ausrichtung im Karneval, um volksnahe Verbundenheit zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Von den \u201eSch\u00e4ngelchern\u201c wurde auch erkannt, dass die Jugend sich weitgehend vom Karneval entfernt hatte. Der Karneval in seiner Ausdrucksweise und seinem Gesamtverhalten war in seiner Wirksamkeit zu wenig zeitlich eingestellt. Zeitnahes Verhalten in Verbindung mit Tradition zu setzen, fiel den traditionsbewussten Karnevalisten sehr schwer. Wie man Tradition mit zeitnahem Verhalten verbindet, zeigten die \u201eSch\u00e4ngelcher\u201c auf breiter Grundlage.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt auch heute noch zum sozialen Verhalten der KG Kowelenzer Sch\u00e4ngelcher, dass sie zur Karnevalszeit auch jene Menschen betreut, die den Karneval auf der Stra\u00dfe nicht mehr erleben k\u00f6nnen. Sie bringen den Senioren den Karneval ins Haus. Seit 1953 betreuen die \u201eSch\u00e4ngelcher\u201c diese Menschen und erweisen damit dem Karnevalsgedanken die gravierende Sinnesgebung. Denn wo das Herz sich mit den Senioren verbindet, werden diese Stunden des Karnevals auch f\u00fcr den Einzelnen zum pers\u00f6nlichen Erlebnis.<\/p>\n<p>Nach diesen Grunds\u00e4tzen arbeiten die \u201eSch\u00e4ngelcher\u201c noch heute.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft hatte bis dato 4 x die Ehre, Prinz und 3 x die Ehre, Confluentia der einzigen Stadt an Rhein und Mosel zu stellen:<\/p>\n<p><strong>1963<\/strong><br \/>\nPrinz Helmut I. der n\u00e4rrische Postillion (Helmut Queng)<\/p>\n<p><strong>1973<\/strong><br \/>\nPrinz Toni I. von Hot Gun Western City (Toni L\u00f6tschert)<br \/>\nConfluentia Anneliese III. (Anneliese Fischer)<\/p>\n<p><strong>1984<\/strong><br \/>\nPrinz Wolfgang I. der n\u00e4rrische Sch\u00e4ngel (Wolfgang Hartung)<br \/>\nConfluentia Maria I. (Maria Bachmann)<\/p>\n<p><strong>2004<\/strong><br \/>\nPrinz Kurt I. von Mussel on Rhein (Kurt-Wilhelm Neulen)<br \/>\nConfluentia Sandra (Sandra Engel)<\/p>\n<p>2002 trat der langj\u00e4hrige \u201ePr\u00e4ses\u201c Wolfgang Hartung nach 30-j\u00e4hriger Pr\u00e4sidentschaft in den karnevalistischen \u201eRuhestand\u201c. Der Verein wurde vom 1. Vorsitzenden Christian Johann und 2. Vorsitzender Karlheinz Weitz in die Prinzensession 2003\/2004 gef\u00fchrt. Ihnen zur Seite stand die j\u00fcngste Pr\u00e4sidentin in der Kowelenzer Faasenacht Sandra Aigner (heute: Engel).<\/p>\n<p>Am 27. Mai 2003 verstarb \u00fcberraschend die langj\u00e4hrige Oberm\u00f6hne und Gr\u00fcndungsmitglied der Sch\u00e4ngelm\u00f6hnen Anneliese Gurtler. Sie hinterl\u00e4sst nicht nur im Verein eine gro\u00dfe L\u00fccke.<\/p>\n<p>Bei der Jahreshauptversammlung 2004 stellte sich Karlheinz Weitz nicht mehr zur Wahl. Er wollte lieber im Hintergund agieren und sich weiterhin um die deutsch-englische Freundschaft mit der Hornsey Carnival Association k\u00fcmmern. Neue 2. Vorsitzende wurde Nicole Knaup, die zuvor als Schatzmeisterin agierte. Neuer Schatzmeister wurde Hans-Herbert Fuchs.<\/p>\n<p>Am 19. Januar 2005 verstarb Ex-Prinz und Ehrenmitglied Toni \u201eI. von Hot Gun Western City\u201c L\u00f6tschert.<\/p>\n<p>Am 22. Mai 2006 wurde der gesamte Vorstand neu gew\u00e4hlt. Die Vereinssatzung wurde dahingehend ge\u00e4ndert, dass dem Vorstand und auch dem Pr\u00e4sidium nun ein Vizepr\u00e4sident zur Seite steht. Christian Johann und Nicole Knaup stellten sich aus terminlichen Gr\u00fcnden nicht mehr f\u00fcr des Amt der Vorsitzenden zur Verf\u00fcgung. Christian Johann begleitet zuk\u00fcnftig das Amt des Vizepr\u00e4sidenten. Karlheinz Weitz wurde zum 1. Vorsitzenden, Hans-Herbert Fuchs zum 2. Vorsitzenden, Peter Mille zum Schatzmeister, Joachim Auch zum Schriftf\u00fchrer und Sandra Schneider (heute: Engel) zur Pr\u00e4sidentin gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Nachdem der Mitgliederbestand weiter wuchs, konnte auch die Beteiligung am Rosenmontagsumzug weiter wachsen. In 2007 und 2008 wurde die Gruppe jeweils um einen Rosenmontagswagen erweitert. Konnte man mit Hilfe des Burschenclub Arzheim 2007 mit einem Motivwagen den Rosenmontagszug begleiten, wurde 2008 dieses Bild nochmals um die vereinseigene Kutsche erg\u00e4nzt. Zus\u00e4tzlich gr\u00fcndete sich unter der Leitung der Pr\u00e4sdientin Sandra eine neue Showtanzgruppe. Die Tuffi Dancers. Somit verf\u00fcgte die Gesellschaft \u00fcber vier Tanzgruppen. Die Jugendgarde, die Sch\u00e4ngelgarde, die Jugendshowtanzgruppe und die Tuffi Dancers.<\/p>\n<p>Am 25. August 2007 verstarb nach langer Krankheit der Ehrenpr\u00e4sident der Gesellschaft Werner Middelanis. Er war der letzte noch lebende Mitgr\u00fcnder der Gesellschaft nach dem 2. Weltkrieg.<\/p>\n<p>Am 13. Juni 2008 wurde der Vorstand wiederum neu gew\u00e4hlt. Das erfolgreiche Duo Karlheinz Weitz und Sandra Schneider (heute: Engel) wurde einstimmig in ihren \u00c4mtern best\u00e4tigt. Auch der Rest des Vorstandes wurde einstimmig gew\u00e4hlt. Neue 2. Vorsitzende wurde Birgitta Zirwes-Fuchs, die damit ihren Mann in dieser Position beerbte. Peter Mille und auch Joachim Auch wurden in ihren \u00c4mtern best\u00e4tigt. Als Beisitzer wurden Uwe Zierof, Marion Mille, Katharina Weitz (heute: D\u00fcro) und Brigitte Gudzentis-Schmaus gew\u00e4hlt. Kassenpr\u00fcfer wurden Fritz Naumann und Christian Johann, der aus zeitlichen Gr\u00fcnden nicht mehr f\u00fcr das Amt des Vizepr\u00e4sidenten kandidierte, aber weiterhin im Hintergrund agieren wollte.<\/p>\n<p>Am 19. Dezember 2008 verstarb \u00fcberraschend die Ehrenvorsitzende der Gesellschaft, Sigrid Rothburg, im Alter von 78 Jahren.<\/p>\n<p>Im Juni 2012 wurde ein wiederum ein neuer Vorstand gew\u00e4hlt. Karlheinz Weitz, Birgitta Zirwes-Fuchs und Peter Mille standen nicht mehr zur Verf\u00fcgung. Als neue 1. Vorsitzende wurde Anja Johann, als 2. Vorsitzende Brigitte Gudzentis-Schmaus gew\u00e4hlt. Neue Schatzmeisterin wurde Jennifer Wey. Pr\u00e4sidentin blieb Sandra Engel.<\/p>\n<p>Im Oktober 2013 wurde die Prinzensession 2017 durch die AKK e.V. vergeben. Die Pr\u00e4sentation zur Prinzengestellung trugen Anja Johann und Sandra Engel vor. Nach langer Wartezeit wurden die Sch\u00e4ngelcher mit der Prinzengestellung 2017 beauftragt. Der f\u00fcnfte Sch\u00e4ngelprinz. Eine Aufgabe auf die sich der Verein sehr freut.<\/p>\n<p>Bei der Jahreshauptversammlung 2014 wurde dem Auftrag zur Gestellung der Koblenzer Tollit\u00e4ten im Jahre 2017 Rechnung getragen. Das Team wurde insgesamt erweitert und die Positionen im Verein neu vergeben. Jennifer Wey wurde zur 1.Vorsitzenden gew\u00e4hlt. Karlheinz Weitz wurde als 2.Vorsitzender reaktiviert. Sandra Engel repr\u00e4sentiert die Gesellschaft weiterhin als Pr\u00e4sidentin. Ihr zur Seite steht erneut Christian Johann. Schatzmeister wurde Axel Litz, stv. Schatzmeisterin wurde Anja Johann, Brigitte Gudzentis-Schmaus wurde Schriftf\u00fchrerin. Ihr zur Seite steht Marina F\u00fcllsack als stv. Schriftf\u00fchrerin. Zu Beisitzern wurden gew\u00e4hlt: Katharina D\u00fcro, Hanne Benz, Petra Litz und Erich Schmaus. Als Beirat wurden Joachim Auch, Sabrina Leufgen und Bianca Rossini in den Vorstand kooptiert.<\/p>\n<p>Am 15. Juni 2014 \u00fcbernahm die Gesellschaft die Patenschaft \u00fcber den Sch\u00e4ngelbrunnen. Nach Aufl\u00f6sung der Altst\u00e4dter Brunnengemeinschaft klaffte eine gro\u00dfe L\u00fccke, um die Koblenzer Brunnenkultur zu erhalten. Um einen Beitrag zum Gesamtwohl zu leisten, entschlossen sich die Sch\u00e4ngelcher, eine Patenschaft \u00fcber zun\u00e4chst einmal einen Brunnen, den Sch\u00e4ngelbrunnen, zu \u00fcbernehmen. Ziel sind zwei &#8211; drei Aktionen im Jahr, und zwar die j\u00e4hrlichen Reinigungsaktionen in Fr\u00fchling und im Herbst sowie eine kleine Geburtstagsfeier im Juni. Am 08.11.2014 wurde die erste Reinigungsaktion des Sch\u00e4ngelbrunnens gestartet. Viele Sch\u00e4ngelcher beteiligten sich an dieser Aktion. Zuk\u00fcnfitg erweitert die Gesellschaft in engagement um den Kastorbrunnen, der in unmittelbarer N\u00e4he zum Geburtshaus der &#8222;Sch\u00e4ngelcher&#8220; steht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem I. Weltkrieg war der Nachholbedarf am Vergn\u00fcgungsleben besonders gro\u00df. 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